Was ist eSport?

eSport, oder auch elektronischer Sport, ist der Wettkampf zwischen Spielern an ihren Computern und Konsolen unter sportlichen Aspekten). Meist handelt es sich dabei um Computerspiele im Mehrspielermodus, in welchen die Spieler direkt gegeneinander antreten können. Die Sportlichen Rahmenbedingungen wie etwa die Dauer eines Wettkampfes, das Umfeld und die Voraussetzungen werden zum einen von den Veranstaltern einer Liga oder eines Turnieres vorgegeben, zum anderen aber auch von den Voraussetzungen des Spieles selbst. So können Spiele durch die Vorgabe der Software meist entweder als Individualsport oder als Mannschaftssport betrieben werden – in manchen Fällen ist gar beides möglich, je nach Spiel-Modi. Dann entscheidet der Veranstalter selbst, welchen Modus er für geeignet hält.

Ist eSport eine richtige Sportart?

eSport ist in Deutschland noch keine offizielle, vom DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) anerkannte Sportart (Artikel aus der FAZ bzw. Golem zu dem Thema „Anerkennung des eSport). Dennoch erfüllen die elektronischen Wettkämpfe viele Anforderungen, die von Sportarten generell erwartet würden: Feste Regelwerke, vergleichbare Wettkämpfe und Liegen etwa. Und auch die Spieler selbst müssen, um langfristig Erfolg zu haben, an ihren Fähigkeiten arbeiten und regelmäßig trainieren. Ganz besonders wichtig ist dabei die Hand-Augen-Koordination, muss doch das Gesehene auf dem Bildschirm in Millisekunden in eine Reaktion auf Maus und Tastatur (PC) oder Gamepad (meist Konsole) umgewandelt werden.

Wie bei einem Torwart im Fußball geht es dabei nicht selten um Erfahrung und ganz besonders die Reaktionsgeschwindigkeit, wenn etwa bei Shootern ein Gegner auftaucht. Doch auch Aspekte wie Durchhaltevermögen, räumliches Orientierungsvermögen, Spielübersicht und -verständnis sind wichtig. Gerade im professionellen eSport nehmen auch die taktischen Anforderungen immer weiter zu. Gegebenheiten, die von Ländern wie den USA, China oder Frankreich bereits offiziell anerkannt wurden und eSport mittlerweile als Sport definieren. In Deutschland warten die eSportler bisher noch vergebens auf diese Akzeptanz.

Die Profis unter den eSportlern

Ein sogenannter Pro-Gamer ist ein Spieler, der professionell – also für Sachpreise, Preisgelder und immer öfter auch gegen Bezahlung seines Clans (vergleichbar zu einem Verein) seinen eSport betreibt. Gerade in asiatischen Ländern wie Korea werden solche Profis zu regelrechten Stars stilisiert, doch auch in Europa und Amerika schreitet eine solche Professionalisierung immer schneller voran. Nicht zuletzt auch, weil Preisgelder und die Medienpräsenz in den Massenmedien immer weiter steigt. Immer mehr Amateur-Gamer streben analog zu den klassischen Sportarten eine Karriere im eSport an. Viele der Liga-Spiele werden regelmäßig öffentlich in einem TV-Studio ausgetragen und auch Live ins Web übertragen.

Amateure und Profis

Im Gegensatz zu den Amateuren, wie man sie auch aus Breitensportarten wie Fußball kennt, nutzen professionelle eSportler ihr Spiel beruflich oder zum Erwerb ihres Lebensunterhalts. Gerade was die Beständigkeit ihrer Leistungen, ihre Hand-Augen-Koordination und in vielen Spieletiteln auch das taktische und teamorientierte strategische Verständnis angeht, unterscheiden sie sich stark von Amateurspielern. Allein das Können oder die Teilnahme an Ligen wie etwa der ESL Pro Series bestätigt aber noch lange nicht den Status eines Pro-Gamers, auch wenn dies sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Szene oft fälschlicherweise suggeriert wird.

Tatsächlich ist Profi aber nur der, der den eSport als Erwerbstätigkeit ausübt. Urgestein der professionellen eSport-Szene war wohl Dennis Fong (In-Game-Name: Tresh), der bereits 1995, noch lange vor der Verbreitung flächendeckenden Breitbandnetzes seinen ersten großen Erfolg in einem Doom 2-Turnier feierte. Sein vielleicht prestigeträchtigster Preis unter vielen anderen: Ein Ferrari 328 GTS von John Carmack.

Anforderungen an eSportler

Bezüglich der Anforderungen an potentielle und bestehende eSportler muss man zweierlei unterscheiden: Einerseits die Fertigkeiten (siehe „Ist eSport eine Sportart“), die der Spieler trainieren kann, um mehr Erfolg in der elektronischen Spielewelt zu haben, andererseits aber auch technische Voraussetzungen, die es erst ermöglichen, am eSport partizipieren zu können.

Dazu gehört zunächst die Hardware, wie etwa Computer und Monitor, die den immer weiter steigenden Anforderungen der Software genügen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch Tastatur und Gamepad, ganz besonders aber die Maus kann einen Spieler und seine Leistung entscheidend beeinflussen. Dazu kommt auch eine stabile Breitbandverbindung, die eine möglichst geringe Latenzzeit (englisch: Ping) ermöglicht. Gerade auf Profi-Ebene können Millisekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden – weshalb solche Spiele im Zuge der Professionalisierung mehr und mehr auf Offline-Events ausgetragen werden.

Welche Kategorien im eSport gibt es?

Im eSport bieten sich verschiedene Kategorisierungen an: Etwa die Unterscheidung zwischen Einzel- und Mannschaftssportarten. Für Spieler und Fans geht es aber zumeist vielmehr um die Kategorien „Ego-Shooter“, wie etwa Counter-Strike oder Call of Duty (beides Multiplayer), „Echtzeit-Strategie“, wie etwa Starcraft (Singleplayer), League of Legends oder Dota2 (beides Multiplayer) und Online-Sammelkartenspiele wie zum Beispiel Hearthstone.

Populäre Spiele und der ständige Wandel

Die Popularität der Spiele wechselt oft schneller als die vieler Sportarten, wie sie im klassischen Sinne bekannt sind. Dies hängt vor allem mit dem raschen Entwicklungsgrad neuer Titel zusammen. Bringt ein Spieletitel wie Call of Duty oder StarCraft einen Nachfolger heraus, bedeutet das noch lange nicht, dass das Spiel eine gänzlich andere Spielmethodik mit sich bringt. So steigen Profis oft auf den neuen Titel um und spielen für gewöhnlich weiterhin an der Spitze mit. Die größten Veränderungen liegen dabei oft in Grafik- und Multiplayerupdates, welche die Mediatisierung der Games attraktiver macht und/oder erleichtert.

Eine Ausnahme war lange die Version 1.6 des Taktik-Shooters Counter-Strike, der grafisch zwar Jahre nach dem Erscheinen mit keinem neuen Shooter mehr mithalten konnte, das ausgewogene Gameplay die Spieler aber noch lange bei der Stange hielt. Selbst direkte Counter-Strike-Nachfolger wie etwa CS:CZ konnten sich dabei nicht durchsetzen. Erst mit der aktuellen Version (Stand: 2016) konnte Counter-Strike: Global Offensive seine Vorgänger verdrängen und den Titel auch grafisch ins 21. Jahrhundert führen.

Eine Übersicht über aktuelle Spiele findest du in unserem Bereich eSport Games.

Turniere und Ligen

Als Wettkampfveranstalter bezeichnete Ligen sind besonders in Deutschland und Europa die Electronic Sports League, welche in den Beginnen des eSports mit ihrer Ladder, den Ligen und den Turnieren Millionen an aktiven Spielern angezogen hat. Lange Zeit war zudem die ESL Pro Series die höchste Liga abseits der internationalen Einzelturniere – sie ist als eine Art Bundesliga der eSportler bekannt geworden.

Mit der zunehmenden Professionalisierung und Internationalisierung kamen dann Turniere wie die World Cyber Games, eine Art Olympiade der eSportler und der Electronic Sports Wolrd Cup, die Weltmeisterschaft hinzu. Weitere Ligen und Veranstalter für professionelle eSport-Wettkämpfe sind etwa die Major League Gaming Championship, DreamHack, ELEAGUE, eSports Championship Series oder die GCS (mehr Infos zu den eSports Ligen).

Die Mannschaften

Nahezu alle professionellen eSportler sind in sogenannten Clans organisiert, die am Einfachsten mit den Vereinen anderer Sportarten und Mannschaften vergleichen werden können. Wie auch im Sport des echten Lebens ist ein Clan dabei nicht zwingend auf eine Disziplin spezialisiert. Oftmals vereinigen langjährig erfolgreiche Clans wie fnatic, mousesports oder Team Liquid mit starken Sponsoren im Rücken die besten Spieler und Teams verschiedener Spiele unter einem Dach.

Ursprünglich entstammt der Name „Clan“ dabei dem Computerspiel Quake, welches Spielvereinigungen die Möglichkeit bot, sich offiziell als Clan registrieren zu lassen. Abgesehen von sog. MMORPGs, welche meist eher die Termini Gilde, Bündnis oder Allianz nutzen, hat sich der Begriff Clan anschließend als gängige Bezeichnung einer Spielerorganisation im eSport durchgesetzt. Laut Deutschem eSport-Bund gab es bereits 2005 ca. 40.000 Clans allein in Deutschland.

Sponsoring und Werbung

Um professionelles Gaming erst zu ermöglichen, bedarf es einer zunehmenden Kommerzialisierung und Mediatisierung. Beides Felder, die Sponsoren gleichermaßen anziehen wie aktiv vorantreiben. Sie sind die Geldgeber für Gehälter, Preisgeber, Offline-Events und Infrastrukturen im eSport. Neben klassischen Werbeunternehmen und Sponsoren aus der Marktwirtschaft drängen sich hier nahezu alle namhaften Hardware-Händler und Software-Produzenten.

Dennoch haben erst in den vergangenen Jahren vermehrt technikfremde Unternehmen den Weg in die digitale Gaming-Welt geschafft. Einzelne Stars der Szene sind dagegen bereits seit mehreren Jahren als Testimonials und für Werbekampagnen, in manchen Ländern (wie etwa Korea) gar in TV-Spots zu sehen.

Ausrüstung und Equipment im eSport

Als offensichtlich notwendiges Equipment ist zunächst die Hardware der Spieler zu nennen. Egal ob Konsole mit Fernseher oder PC mit Monitor – beide benötigen noch die nötige Peripherie. Dabei sind Konsolenspieler gerade auf Grund der Bindung an der Controller auch was die Spieleauswahl angeht eingeschränkt. Die fehlende Präzision lässt wettkampforientiertes Spielen mancher Spiele nicht in dem Maße zu, wie etwa Tastatur und Maus, weshalb besonders im Profi-Bereich der Computer in nahezu allen Fällen den Vorzug erhält.

Doch hier gibt es große Unterschiede: dpi-Zahlen der Maus, die Mausempfindlichkeit also, aber auch Mauspräzision, ihr Gewicht und eventuelle, zusätzliche Tasten an den Seiten sind je nach Disziplin oft entscheidende Kauffaktoren. Insbesondere bei Ego-Shootern, aber auch bei anderen Spielen, werden außerdem hochwertige Headsets mit Mikrofonen verwendet, um einerseits die nötige Kommunikation mit dem Teamkollegen zu gewährleisten, andererseits aber auch relevante Spielgeräusche, wie etwa Schritte der Gegner, lokalisieren zu können.

Obwohl wie in anderen Sportarten oft nötige Trikots in vielen Fällen im eSport nicht gefordert sind, haben viele Clans Team-Shirts mit Clan-Logo und (falls vorhanden) deren Sponsoren. Doch auch Amateurteams folgen diesem Trend teils aus eigener Kasse, obwohl gerade dort nahezu alle Spiele im Internet ausgetragen werden und die Kleidung somit keinerlei Auswirkung hat.